Online-Ausgabe der Plattform für Dokumentierende in der Onkologie
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86 Dokumentierende, Registermitarbeitende und Fachleute aus der Strahlentherapie trafen sich am 23. April 2026 online, um gemeinsam auf einen Bereich zu schauen, der in der Dokumentation oft komplex ist: die Strahlentherapie. Anhand konkreter Beispiele wurde diskutiert, welche Angaben für eine vollständige Dokumentation erforderlich sind, wo typische Stolpersteine liegen und wie sich Dokumentationsqualität im Alltag verbessern lässt. Zahlreiche Fragen aus dem Teilnehmerkreis zeigten, dass viele Einrichtungen vor ähnlichen Herausforderungen stehen – und dass der gemeinsame Erfahrungsaustausch einen echten Mehrwert bietet.
Die Referierenden
Den Auftakt machte Dr. Stefan Rieken, Direktor der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie, Sprecher des UniversitätsKrebszentrums Göttingen, mit seinem Vortrag „Bedeutung der Strahlentherapie in der Onkologie der heutigen Zeit – warum und wie?“. Mit zahlreichen anschaulichen Praxisbeispielen gelang es ihm, die komplexen Grundlagen der Strahlentherapie verständlich zu vermitteln und den Teilnehmenden einen Blick hinter die Kulissen der Behandlung zu ermöglichen. So wurde deutlich, welche medizinischen Inhalte und Therapieabläufe sich hinter den einzelnen Feldern des onkologischen Basisdatensatzes (oBDS) verbergen und warum eine präzise Dokumentation so wichtig ist.
Im Anschluss berichtete Dr. Tonia Brand, medizinische Leiterin des Registerbereichs des KKN, unter dem Titel „Strahlend gute Meldungen – strahlende Daten!“ über die Dokumentation der Strahlentherapie. Sie zeigte auf, wie die Angaben im onkologischen Basisdatensatz inhaltlich zu verstehen sind und welche Bedeutung sie für die Auswertung und Qualitätssicherung haben. Gleichzeitig machte sie deutlich, an welchen Stellen noch Verbesserungspotenzial besteht. Erfreulich ist, dass die Qualität der eingehenden Strahlentherapie-Meldungen insgesamt hoch ist und insbesondere die Erweiterung der Pflichtfelder zu einer spürbaren Verbesserung der Datenqualität beigetragen hat. Ein wichtiger Appell blieb jedoch bestehen: Das Krebsregister erreicht noch nicht alle Strahlentherapie-Meldungen. Hier besteht weiterhin Handlungsbedarf.
Austausch unter den Dokumentierenden
Ein besonderes Merkmal des DokuLab Niedersachsen ist der intensive fachliche Austausch. Im abschließenden Diskussionsteil wurden sowohl vorab eingereichte als auch spontane Fragestellungen gemeinsam besprochen. Dabei standen nicht nur Aspekte der Dokumentation in der Strahlentherapie im Mittelpunkt, sondern auch übergreifende Themen der onkologischen Dokumentation.
Diskutiert wurden unter anderem das neue TNM 9, Nachsorgezeiträume, die Dokumentation ausgewählter Therapien sowie Fragen zu den Einwilligungserklärungen der Patientinnen und Patienten. Gerade dieser offene Austausch zwischen den Teilnehmenden und den niedersächsischen Landeskrebsregistern machte den hohen Praxisbezug der Veranstaltung aus und bot allen, unabhängig vom eigenen Tätigkeitsschwerpunkt, wertvolle Anregungen für den Dokumentationsalltag.
Die Veranstaltung machte einmal mehr deutlich: Eine hochwertige onkologische Dokumentation macht Versorgung sichtbar und bildet die Grundlage für Qualitätssicherung, wissenschaftliche Auswertungen und die Weiterentwicklung der Krebsversorgung. Ebenso wichtig ist der regelmäßige fachliche Austausch, der im DokuLab Niedersachsen Raum für Fragen, gemeinsame Lösungen und den Wissenstransfer zwischen den Einrichtungen schafft. Danke, dass Sie dabei waren!


DokuLab Niedersachsen – ein ONCOnnect-Projekt für Dokumentierende
- Dokumentation ist oft stille, aber essenzielle Arbeit.
- Das DokuLab bringt Dokumentierende zusammen: mit Vorträgen, Workshops und offenem Austausch.
- Themen wie Harmonisierung, Qualitätssicherung und rechtliche Sicherheit stehen im Mittelpunkt.
In der Veranstaltungsreihe DokuLab Niedersachsen verfolgen das KKN und das EKN in Zusammenarbeit mit dem Verbundprojekt ONCOnnect – gefördert durch die Deutsche Krebshilfe – das gemeinsame Ziel, die Vernetzung und den fachlichen Austausch unter den Dokumentierenden zu stärken. So soll die onkologische Versorgung in Niedersachsen weiter verbessert und wohnortnah gesichert werden.
Warum lohnt sich die Teilnahme?
- Fachwissen schafft Sicherheit und optimiert die Dokumentationsprozesse.
- Effizientere Abläufe entlasten die Teams und schaffen Zeit für die Patientenversorgung.
- Korrekte und vollständige Dokumentation erhöht die Patientensicherheit und schafft rechtliche Klarheit.
Die Idee hinter DokuLab Niedersachsen
Die medizinische Dokumentation ist ein zentraler Bestandteil der täglichen Arbeit im Gesundheitswesen. Sie sichert die Qualität der Behandlung, erleichtert die interdisziplinäre Zusammenarbeit und erfüllt rechtliche Anforderungen. Auch die Tumordokumentation, die Meldungen an die Landeskrebsregister und die Nutzung von Krebsregisterdaten gehören dazu.
Doch im Klinik- oder Praxisalltag bleibt oft wenig Zeit, um sich mit Herausforderungen und Optimierungsmöglichkeiten auseinanderzusetzen. Genau hier setzt das DokuLab Niedersachsen an: Mit praxisnahen Workshops und Fachvorträgen bietet es Raum für Austausch, Wissenstransfer und konkrete Lösungsansätze. In interaktiven Modulen wird aktuelles Wissen vermittelt und gemeinsam an effizienteren Dokumentationsstrategien gearbeitet.





Save the date
am 7. Oktober 2026 geht das DokuLab Niedersachsen in die nächste Präsenz-Runde
Wir laden alle Dokumentarinnen und Dokumentare sowie medizinisches Personal aus ambulanten und stationären Einrichtungen in Niedersachsen herzlich ein.
Die Teilnahme ist kostenfrei!

Haben Sie Fragen?
Wir sind für Sie da.
E-Mail: melderschulung@kk-n.de
Telefon: 0511 277897-0