Am 4. Februar 2026 ist wieder Weltkrebstag. Er steht, wie bereits im letzten Jahr unter dem Motto „Gemeinsam einzigartig“. Dieses Motto rückt die individuelle Geschichte jeder Patientin und jedes Patienten in den Mittelpunkt und betont die Notwendigkeit gemeinsamen Handelns.
Jede Zahl hat ein Gesicht. Jede Geschichte zählt.
Heute wurde der wohnortbezogene Bericht des epidemiologischen Krebsregisters mit Auswertungen für das Diagnosejahr 2024 aktualisiert und mit einer neuen, übersichtlichen Startseite (https://www.krebsregister-niedersachsen.de/Online-Jahresbericht) erweitert. In Niedersachen wurden im Jahr 2024 52.193 Krebsneuerkrankungen registriert. Bei Männern trat Prostatakrebs am häufigsten auf (29,6 % aller Diagnosen), gefolgt von Lungenkrebs (12,5 %) und Darmkrebs (10,8 %). Bei Frauen machen 32,1% aller Diagnosen Brustkrebs aus, gefolgt von Darm- (10,7%) und Lungenkrebs (10,5%). 23.067 Menschen verstarben an Krebs. Lungenkrebs war die häufigste Krebstodesursache bei Männern (22,7%) und bei Frauen (18,9%).
Hinter jeder registrierten Tumorerkrankung steht ein Mensch mit einer individuellen Geschichte. Krebs ist stets eine persönliche Erkrankung, die eine individualisierte Behandlung und eine langfristige Nachsorge erfordert.
„Der medizinische Fortschritt in den vergangenen Jahren hat maßgeblich dazu beigetragen, dass die Zahl der Todesfälle insbesondere bei jüngeren Menschen deutlich gesunken ist. Das ist eine positive Entwicklung. Die niedersächsischen Landeskrebsregister haben daran einen wichtigen Anteil, da ihre Befunde dafür Sorge tragen, dass therapeutische Maßnahmen und Behandlungsprozesse optimiert werden.“, betont Dr. Andreas Philippi, Niedersächsischer Minister für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung.
Auf der Grundlage von jährlich über 1 Millionen Meldungen erfassen die Krebsregister die Besonderheiten der einzelnen Erkrankungs- und Therapieverläufe und werten sie für unterschiedliche Zwecke aus. Auswertungen auf der Ebene der Bevölkerung machen zeitliche Entwicklungen und regionale Muster sichtbar. Sie zeigen, wo Prävention besonders dringlich ist und ob bereits ergriffene Maßnahmen funktionieren. Sie geben Hinweise, welche Therapieansätze nicht nur in Studien; sondern auch in der Versorgungswirklichkeit Erfolg haben. Sie machen es möglich, die Behandlungsqualität in den unterschiedlichen Einrichtungen unseres Gesundheitssystems zu vergleichen, wie das z.B. in den Qualitätskonferenzen des klinischen Krebsregisters geschieht. Unter Beachtung strenger Datenschutzbestimmungen werden Krebsregisterdaten Forscherinnen und Forschern zur Verfügung gestellt, die damit onkologische Fragestellungen im internationalen Kontext bearbeiten.
Weniger bekannt ist eine Verwendung der Krebsregisterdaten, die gut zum Motto des diesjährigen Weltkrebstages passt: Ärztinnen und Ärzte können sich über das gemeinsame Melderportal über alle Meldungen informieren, die ihre Patientinnen und Patienten betreffen. Details der Diagnose und Behandlung stehen damit als Grundlage für interdisziplinäre Fallbesprechungen zur Verfügung. Auf diese Weise können Krebsregisterdaten die Behandler in einem zunehmend differenzierten und arbeitsteiligen Versorgungsgeschehen dabei unterstützen, ihre Expertise patientenbezogen auszutauschen und einen Behandlungs- und Nachsorgeplan abzustimmen. So gelingt es, durch gemeinsame Anstrengungen der Einzigartigkeit der Patientinnen und Patienten gerecht zu werden.
Weiterführende Links:
- www.krebshilfe.de/informieren/ueber-krebs/weltkrebstag/
- www.krebsregister-niedersachsen.de/
- www.kk-n.de/
- https://www.klast-n.de/

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